Sandarium

Sandarium

Warum sind offene Bodenstellen wichtig für die Natur?

Offene Bodenstellen sind für viele Tierarten ein wichtiger Lebensraum – besonders für Wildbienen. Denn 70-75% der heimischen Wildbienenarten legen ihre Nester im Boden an. Sie graben kleine Gänge in sandige, lehmige oder lockere Erde und legen dort Brutzellen an. Die offenen Bodenstellen erwärmen sich schneller als bewachsene Flächen. Das fördert die Entwicklung der Larven. Dichte Grasnarben, Mulch oder Bodendecker erschweren den Bienen das Graben oder versperren den Zugang zu ihren Nestern. Viele Arten sind auf ganz bestimmte Bodenarten spezialisiert. Manche bevorzugen Sand, andere Löss oder lehmigen Boden. Um diese offenen Bodenstellen wieder vermehrt in der Natur zu haben, gibt es das Modell des Sandariums, das sich ideal für den Siedlungsbereich eignet. 

Welche gärtnerischen Vorteile entstehen durch ein Sandarium?

Ein Sandarium ist ein Areal aus verdichtetem sandigem Substrat, das vor allem als Nistplatz für bodennistende Wildbienen und andere Insekten dient. Es bietet nicht nur ökologischen Nutzen, sondern kann auch konkrete gärtnerische Vorteile bringen wie eine bessere Bestäuberleistung. Wildbienen bestäuben Obstbäume, Beerensträucher, Kräuter und Gemüse oft sehr effizient.

Anlage eines Sandariums – so funktioniert`s

Der Standort für das Sandarium sollte sonnig und windgeschützt sein. Das Sandarium kann unterschiedlich angelegt werden. Entweder in einer ausgehobenen Grube oder als Aufschüttung mit Begrenzungssteinen oder -stämmen. Die Mindesthöhe bzw. -tiefe sollte bei 40 cm liegen. Das Sand-Lehm- bzw. Sand-Erdgemisch (3:1) wird schichtweise aufgeschüttet und mit Spaten oder per Hand verdichtet. Dieser Schritt ist besonders wichtig, damit später beim Bau der Nistgänge diese nicht einstürzen. Aus diesem genannten Grund ist ebenso darauf zu achten, ungewaschenen Sand zu verwenden. Die Stelle kann abschließend mit dekorativen Steinen oder Holzstämmen eingefasst werden, um Erosion zu verhindern und die Strukturvielfalt sowie Ästhetik zu erhöhen. Der aufkommende Bewuchs sollte regelmäßig kontrolliert und entfernt werden, damit die Sandstellen offenbleiben.

Tipp

Blütenreiche Pflanzen in der Umgebung sind zwingend erforderlich damit die Areale von Wildbienen besiedelt werden können.

Portrait Luis Frank

Ihre Ansprechperson

Luis Frank

Landschaftsökologie und Biodiversität, Biosphären-Schutzgebietsbetreuer

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