Nationalpark- und Biosphärenschulen

Gemeinsam mit dem Nationalpark Berchtesgaden wird mit diesem Kooperationsprojekt die langfristige Zusammenarbeit mit den Schulen im Landkreis gestärkt. Das Projekt nutzt die vorhandenen Kompetenzen beider Einrichtungen, um sowohl die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) als auch die Natur- und Wildnisbildung auf qualitativ hohem Niveau in die Schulen zu bringen und die Identifikation mit dem Nationalpark und der Biosphärenregion als Modellregion für nachhaltige Entwicklung zu stärken. 

Kinder sitzen mit Mitarbeiterin der Biosphären-Verwaltungsstelle auf einer Picknickdecke im Wald und befassen sich mit gepflückten Wildkräutern

Angebot für Nationalpark- und Biosphärenschulen

Auf gemeinsamen Exkursionen im Umfeld der Schule heimische Lebensräume erforschen und in Workshops Wege zu einem zukunftsfähigen Lebensstil entwickeln: Die Biosphären-Verwaltungsstelle bietet ein vielfältiges Angebot an Natur- und Nachhaltigkeitsthemen für alle Jahrgangsstufen an.

Ackerwildkräuter

Ackerwildkräuter

Der Aktionstag der Berufsschule Freilassing trägt Blüten! Im Mai nahm sich die Schule vor in Form von Workshops sich mit den 17 Zielen der Nachhaltigkeit zu beschäftigen. In einem Workshop wurde eine Fläche vor der Schule mit Ackerwildkräutersamen und Wiesenblumensamen für mehr Artenvielfalt angelegt.

Die Mitglieder des Beirats der Nationalpark- und Biosphärenschulen (v. l.) Dr. Peter Loreth, The-resia Petram, Veronika Sedlmeir, Eva Dinter, Renate Buchstätter, Dr. Roland Baier, Helmut Ma-yer, Stefan Neiber nach der Beratung über die Wettbewerbsbeiträge.

Wettbewerb „Vielfalt macht stark!“

Die Jury-Mitglieder des Beirats zeichneten die Grundschule Neukirchen mit Hörkrimi-Projekt  „Das verschwundene Summen – „Ein Fall für die Glückspilz-Detektive“, die Grundschule Bischofswiesen – „Der Blick in meine Brotdose und darüber hinaus“., die Mittelschule St. Rupert Freilassing – mit drei Beiträgen „Vielfältig engagiert für Biosphärenregion und Nationalpark Berchtesgaden“ sowie die Maria-Ward-Realschule Bad Reichenhall „Artenvielfalt im Landkreis Berchtesgadener Land“ mit einem Preisgeld von 1000 € aus.

Bildungs-Materialien beim Netzwerktreffen zum Thema „Insektenfreundliche und naturnahe Schulgartengestaltung“

Netzwerktreffen

Am 11.2.2026 fand das diesjährige Netzwerktreffen der 15 Nationalpark- und Biosphärenschulen an der Grundschule Heilingbrunner in Bad Reichenhall zum Thema „Insektenfreundliche und naturnahe Schulgartengestaltung“ statt. Die Referentin Anita Himmer führte begeistert in die Pflanzen- und Insektenwelt ein und gab hilfreiche Tipps, welche Pflanzen sich für einen insektenfreundlichen Garten eignen und wie Insektenhotel, Igelunterschlupf oder Käferburg richtig gebaut werden.

Schülerinnen und Schüler bei der Pflanzung einer Biosphären-Hecke

Pflanzung von Biosphären-Hecke

Bei Pflanzungen von Biosphären-Hecken mit dem LPV packten die Klassen 7a und 6b der Mittelschule Freilassing kräftig mit an. Dabei wurde ein vielfältiger Lebensraum für Insekten, Vögel und Kleinsäuger geschaffen. Der Fokus lag auf Sträuchern und Bäumen, die in der Region natürlich vorkommen und an Klima und Tierwelt bestens angepasst sind.

Schon gewusst?

Am Biosphärentag in Teisendorf konnten Besuchende ihre Sicht auf Bildung für nachhaltige Entwicklung einbringen. Besonders wichtig waren Umweltverständnis, Vielfalt, kritisches Denken und nachhaltige Lebensstile. Auch soziale Gerechtigkeit, globale Verantwortung und Mitbestimmung wurden betont – zentrale Themen, die künftig noch stärker im Bildungsalltag verankert werden sollen.

Hintergründe zum Projekt

Der Startschuss für dieses Kooperationsprojekt von Nationalpark Berchtesgaden und Biosphärenregion Berchtesgadener Land zum Aufbau von gemeinsamen Nationalpark- und Biosphärenschulen fiel im Herbst 2021. In diesem Netzwerk soll eine intensive und langfristige Zusammenarbeit zwischen Schulen, der Biosphärenregion Berchtesgadener Land und dem Nationalpark Berchtesgaden entstehen.

Beide Verwaltungsstellen sind seit vielen Jahren etablierte und vielfach ausgezeichnete Bildungseinrichtungen, die über ein spezielles Schulprogramm verfügen. Die Möglichkeit der Auszeichnung als „Nationalpark- und Biosphärenschule“ ist deutschlandweit einmalig und wird vom Bayerischen Umweltministerium gefördert. Bei einer Schulkooperation des Dachverbandes der Großschutzgebiete in Deutschland, den Nationalen Naturlandschaften e.V. (NNL), werden auf der Basis von festgelegten Mindestkriterien langfristige Kooperationen mit Schulen geschlossen. Diese werden in unterschiedlicher Ausgestaltung bereits in zahlreichen Schutzgebieten durchgeführt, z. B. gibt es „Biosphärenschulen“ in der Rhön, und „Nationalparkschulen“ im Bayerischen Wald.

Voraussetzung für eine Teilnahme am Projekt ist die Zustimmung der gesamten Schulfamilie. Für die beteiligten Schulen werden jährlich eine Lehrerfortbildung und ein Netzwerktreffen organisiert. Außerdem stellen beide Schutzgebiete neben den von den Schulen zu buchenden entgeltfreien Bildungsangeboten auch Unterrichtsmaterialien zur Verfügung und bieten je nach Möglichkeit Unterstützung bei Projekten und Sonderveranstaltungen an. Externe Partner, wie z.B. regionale Betriebe und Freiberufler, werden in das Projekt miteinbezogen. Aber auch die Nationalpark- und Biosphärenschulen werden in die Pflicht genommen: Die pädagogische Arbeit muss ganzheitlich angelegt sein und alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit – Ökologie, Ökonomie und Soziales – berücksichtigen. Neben der Behandlung wichtiger Inhalte im Unterricht sollen regelmäßig Bildungsbausteine „draußen“ durchgeführt und die Projektarbeit verstärkt werden. Außerdem verpflichtet sich jede Partnerschule, regelmäßig individuell festzulegende, nachhaltige Maßnahmen umzusetzen, sei es die Anlage einer Blühwiese auf dem Schulgelände, die Umstellung der Schulbeleuchtung auf LED oder das Angebot von regionaler Biokost in der Schulmensa. Die Erfüllung der festgelegten Kriterien wird bei der Evaluierung von einem externen Beirat überprüft.

Vom Pilotprojekt zur ersten erfolgreichen Zertifizierung

Das Projekt startete im Herbst 2021 mit acht Pilotschulen. Alle acht in der Pilotphase teilnehmenden Schulen sind im April 2024 erfolgreich als „Nationalpark- und Biosphärenschulen“ ausgezeichnet worden. Herzlichen Glückwunsch dazu!

Im Herbst 2024 wurden weitere Schulen in den Kreis der „Nationalpark- und Biosphärenschulen“ aufgenommen, die auf diesem Wege ihre Verbundenheit mit der Biosphärenregion und dem Nationalpark zum Ausdruck bringen, die jeweiligen Themen im Unterricht und auf Exkursionen behandeln und nachhaltige Maßnahmen im Schulalltag umsetzen.

Portrait Meike Krebs-Fehrmann

Ihre Ansprechperson

Meike Krebs-Fehrmann

Bildung für nachhaltige Entwicklung

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