Landschaftsökologie

Vielfältiges Berchtesgadener Land

Die Natur- und Landschaftsräume in der Biosphärenregion sind äußerst vielfältig. Sie erstrecken sich von den höchsten Gipfeln der Berchtesgadener Alpen über malerische Almen und bunte Bergwiesen, wilde Flüsse und Bäche, lichte Berg- und Mischwälder bis hin zu den sanften Hügeln des Alpenvorlands mit Wiesen, Weiden, Wäldern, Hecken und Feldern.

Rund 4.000 Tier- und Pflanzenarten finden in der strukturreichen Kulturlandschaft und den natürlichen Lebensräumen des Berchtesgadener Landes ihre Heimat. Unser Ziel ist, durch eine partnerschaftliche Zusammenarbeit insbesondere von Kommunen, Naturschutz und Landwirtschaft diese Vielfalt zu erhalten und zu entwickeln.

Um die ökologisch wertvollen Lebensräume des Berchtesgadener Landes langfristig zu sichern, sind verschiedene Vorgehensweisen notwendig. So ist das Zulassen natürlicher Vorgänge im Nationalpark entscheidend für die eigendynamische Entwicklung der dortigen Naturlandschaft. In der Kulturlandschaft ist hingegen die umweltgerechte Bewirtschaftung und das Fortführen von bewährten regionaltypischen Nutzungsformen wie Weidehaltung, Wiesenmahd oder Almwirtschaft von essenzieller Bedeutung. Auch die aktive Pflege oder Anlage von Kulturbiotopen wie Hecken, Obstbäumen, Buckel- und Streuwiesen hat hier Tradition und bereichert unsere Landschaft sowohl ökologisch wie auch ästhetisch. In Ortsbereichen können darüber hinaus naturnahe Grünflächen, Hausgärten und Betriebsgelände einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität leisten.

Angewandte und umsetzungsorientierte Forschung zu ökologischen Fragestellungen und die Erfassung von Monitoring-Daten liefern dabei wichtige Erkenntnisse, um die Entwicklung positiv zu gestalten und Fehlentwicklungen entgegenzuwirken.

Die große Aufgabe, unsere Natur und Landschaft zu erhalten, ist auf verschiedene Schultern verteilt:

Blick über den Königssee

Für die Durchführung und Umsetzung der geltenden Naturschutzgesetze ist der staatliche Naturschutz zuständig, also die Naturschutzbehörden bzw. die Nationalparkverwaltung.

Traktor pflügt vor Bergkulisse einen Acker

Für den flächenhaften Erhalt und die Entwicklung unserer Kulturlandschaft fällt der heimischen Landwirtschaft die alles entscheidende Rolle zu.

Streuobstwiese mit Bergblick

Bei der Anlage und Pflege von seltenen Kulturbiotopen und -lebensräumen sind unsere Kommunen, der Landschaftspflegeverband und Naturschutzverbände von entscheidender Bedeutung.

Kiebitz im Gras

Verschiedene Artenschutzprojekte werden von staatlichen und nichtstaatlichen Naturschutzinstitutionen in unterschiedlichen Konstellationen initiiert und durchgeführt.

Die Verwaltungsstelle der Biosphärenregion agiert in diesem Handlungsfeld als Netzwerker und Vermittler zwischen den oben genannten Beteiligten. Gegenüber der Öffentlichkeit tritt sie als Sprachrohr für einen sensiblen und achtsamen Umgang mit unserer Umwelt auf. Der Arbeitsbereich Landschaftsökologie mit der Biosphären-Schutzgebietsbetreuung initiiert und koordiniert Vorhaben und Aktionen, die beispielsweise Kommunen und Partner-Betrieben mit fachlicher Beratung neue Entwicklungsmöglichkeiten in Sachen Naturschutz ermöglichen. Bei der Mitwirkung an Arten- und Biotopschutzprojekten strebt die Biosphären-Verwaltung immer ein Miteinander von verschiedenen Akteuren und Interessensgruppen an. Durch die Biosphären-Freiwilligenaktionen können sich alle beteiligen, die sich für die Natur und Landschaft im Berchtesgadener Land einsetzen wollen. Mit Veranstaltungen, Info-Ständen und geführten Wanderungen werden Besucherinnen und Besucher über unsere heimischen Lebensräume informiert und für ein störungsfreies Verhalten in der Natur sensibilisiert.

Derzeit laufende Projekte

Das eingespielte Team aus Christan Tichowitsch vom Landratsamt Berchtesgadener Land, Luis Frank von der Verwaltungsstelle der Biosphärenregion, Martina Grassl für die untere Naturschutzbehörde, Elisabeth Rudischer, die Projektleiterin des Projekts Streuobstvielfalt beim Landschaftspflegeverband, Marion Reindl für die untere Naturschutzbehörde, Stefan Neiber Geschäftsführer vom Trägerverein, Carola Unterreiner für die untere Naturschutzbehörde und Kresigartenfachberater Josef Stein und Trägervreinsvorsitzender Landrat Bernhard Kern, freut sich über die erfolgreiche Aktion.

Biosphären-Obstbäume

Streuobstwiesen sind ein prägender Teil unserer Kulturlandschaft, in den letzten Jahrzehnten sind aber viele Obstbäume aus dem Landschaftsbild verschwunden. Die Biosphären-Obstbaumaktion und weitere Initiativen sollen dazu beitragen wieder mehr Streuobstwiesen im Landkreis zu aktivieren oder sogar neue entstehen zu lassen.

Biosphären-Wiesensamen

Eine artenreiche Wiese beherbergt 80-150 verschiedene Gräser und Kräuter. Damit ist sie Lebensraum und Nahrungsquelle für wiederum mehr als 1000 verschiedene Tierarten. Solche Wiesen sind nicht nur ökologisch höchst wertvoll, sie sind auch ein Kulturgut unserer Region. Seit 2015 beerntet die Verwaltungsstelle der Biosphärenregion in Zusammenarbeit mit dem Landschaftspflegeverband und der Unteren Naturschutzbehörde artenreiche Wiesen in der Region, um dieses wertvolle Saatgut gemeinsam mit Kommunen, Vereinen, Unternehmen, Landwirtinnen und Landwirten oder Schulen auf neuen Flächen wieder auszubringen.

Wiesensamen auf einer Plane
Schülerinnen und Schüler bei der Pflanzung einer Biosphären-Hecke

Biosphären-Hecken

Gemeinsam mit dem Landschaftspflegeverband Biosphärenregion Berchtesgadener Land e.V. und regionalen Akteuren etabliert die Biosphären-Verwaltungsstelle Wildhecken aus heimischen Sträuchern in der freien Landschaft. Artenreiche Hecken sind ein wichtiger Bestandteil unserer Kulturlandschaft, der in den letzten Jahrzehnten zusehends verschwand. Viele bedrohte Arten finden in den Wildhecken ein seltenes Habitat – so wird der Erhalt der Biodiversität und der Biotopverbund gefördert. Zusätzlich vermindern Hecken die Erosion. Die Pflanzung und Pflege von Biosphären-Hecken werden im Berchtesgadener Land finanziell unterstützt.

Kiebitzschutz im Berchtesgadener Land

Der Kiebitz – einst ein vertrauter Anblick in unserer Kulturlandschaft – ist mittlerweile wie viele andere Bodenbrüter auch, stark gefährdet. Ein gemeinsames Projekt der Verwaltungsstelle der Biosphärenregion und dem Landschaftspflegeverband Biosphärenregion Berchtesgadener Land nimmt sich dem Vogel des Jahres 2024 in einem mehrjährigen Artenschutzprojekt an. Durch eine enge Zusammenarbeit mit den Landwirtinnen und Landwirten sowie Ehrenamtlichen werden die Nester vor der Bewirtschaftung abgesteckt und bei der Bearbeitung ausgelassen. Die Landwirte können so einen wertvollen Beitrag leisten, um den Bruterfolg des Kiebitz zu verbessern.

Eine Gruppe Kiebitze am Himmel
Blühende Ackerwildkräuter am Rand eines Getreidefelds

Ackerwildkräuter

Die Verwaltungsstelle unterstützt seit einigen Jahren die Vermehrung und Wiederansiedelung von ausgewählten heimischen Ackerwildkräutern. Im gärtnerischen Anbau werden regionale Mutterbestände der Ackerwildkräuter vermehrt und die neu gewonnenen Samen gemeinsam mit landwirtschaftlichen Betrieben auf ausgewählten Getreideäckern wieder ausgebracht. Ziel ist es, die (Wieder-) Ausbreitung von heimischen Ackerwildkräutern zu fördern.

Wildbienenprojekt Berchtesgadener Land

Von den Gipfeln der Berchtesgadener Alpen bis in das hügelige Voralpenland sind viele seltene Tier- und Pflanzenarten in der heimischen Kulturlandschaft zu finden. Doch keine Art steht so umfassend für eine intakte Landschaft wie die Wildbiene. Deshalb steht der Schutz ihrer Lebensräume im Mittelpunkt des Wildbienenprojekts – damit schützen wir nicht nur die Wildbiene alleine, sondern auch zahlreiche andere Tier- und Pflanzenarten.

Wildbiene an geschlossener Blüte

Landschaftsökologie und Biodiversität

Für ein blühendes Berchtesgadener Land

Über Jahrhunderte wurde im Berchtesgadener Land durch den Menschen eine Kulturlandschaft geschaffen, die mehr als 3000 verschiedene Tier- und Pflanzenarten beheimatet. Zu den artenreichsten Flächen in der Region zählen unter anderem die extensiv bewirtschafteten Wiesen und Weiden, Moore oder Streuwiesen, aber auch die natürlich und naturnah bewirtschafteten Wälder sowie Gewässer.

Die Auswirkungen des Klimawandels, Luftverschmutzung oder das fortschreitende Artensterben finden auch innerhalb der Biosphärenregion statt. Ein Schwerpunkt der Arbeit in der Verwaltungsstelle sind daher Projekte und Initiativen, die dem Erhalt einer extensiven und strukturreichen Kulturlandschaft sowie der langfristigen Sicherung ökologisch wertvoller Lebensräume dienen. Dieses Ziel kann nur durch eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Gemeinden, landwirtschaftlichen Betrieben, Vereinen und anderen regionalen Fachstellen erreicht werden.

Lebensraum Wiese

Vielfalt erhalten und entwickeln

Wiesensamen auf einer Plane

Biosphären-Wiesensamen

Eine artenreiche Wiese beherbergt 80-150 verschiedene Gräser und Kräuter. Damit ist sie Lebensraum und Nahrungsquelle für wiederum mehr als 1000 verschiedene Tierarten. Solche Wiesen sind nicht nur ökologisch höchst wertvoll, sie sind auch ein Kulturgut unserer Region. Seit 2015 beerntet die Verwaltungsstelle der Biosphärenregion in Zusammenarbeit mit dem Landschaftspflegeverband und der Unteren Naturschutzbehörde artenreiche Wiesen in der Region, um dieses wertvolle Saatgut gemeinsam mit Kommunen, Vereinen, Unternehmen, Landwirtinnen und Landwirten oder Schulen auf neuen Flächen wieder auszubringen.

Eine Blühwiese selbst anlegen und pflegen

Wer eine artenreiche, mehrjährige Blühwiese mit regionalem Saatgut anlegen möchte, sollte Einiges beachten. Im Vergleich zum klassischen Rasen oder einjährigen Blühmischungen braucht eine mehrjährige Blühwiese für ihre Entwicklung länger Zeit und in den Anfangsjahren den einen oder anderen pflegenden Eingriff. Hier ein paar Tipps, damit es gleich auf Anhieb klappt.

Artenreiche Bergwiese mit bunten Blüten
Kühe stehen auf einer Weide mit Blick zum Bergmassiv des Hochstaufen

Weidelandschaften im Surtal

Die Sur zählt zu den prägenden Flüssen der Biosphärenregion. In großräumigen Schleifen fließt sie im Norden des Landkreises von Teisendorf bis nach Laufen, wo sie in die Salzach mündet. Sie hat das Surtal geformt und eine Auenlandschaft entstehen lassen. Heute werden die Flächen entlang der Sur von bäuerlichen Betrieben bewirtschaftet. Wiesen und Weiden, Äcker, der Ufersaum der Sur, kleinere und größere Gehölze sowie zahlreiche Hecken vereinen sich zu einer bedeutenden Kulturlandschaft. Das Projekt „Weidelandschaften im Surtal“ will Akzente setzen, um die Beweidung dieses Lebensraumes zu stärken. Im Sinne eines ganzheitlichen UNSESO-Ansatzes profitieren davon Mensch, Tier und Natur gleichermaßen.

Schon gewusst?

In der Biosphärenregion leben mehr als 1760 verschiedene Pflanzenarten und mehr als 1700 verschiedene Tierarten, 70% davon sind Insekten! Die artenreichsten Flächen in der Region sind die extensiv bewirtschafteten Wiesen und Weiden – in ihrer Bedeutung für die Artenvielfalt vergleichbar mit den tropischen Regenwäldern.

Wildbiene an geschlossener Blüte

Wildbienenprojekt Berchtesgadener Land

Von den Gipfeln der Berchtesgadener Alpen bis in das hügelige Voralpenland sind viele seltene Tier- und Pflanzenarten in der heimischen Kulturlandschaft zu finden. Doch keine Art steht so umfassend für eine intakte Landschaft wie die Wildbiene. Deshalb steht der Schutz ihrer Lebensräume im Mittelpunkt des Wildbienenprojekts – damit schützen wir nicht nur die Wildbiene alleine, sondern auch zahlreiche andere Tier- und Pflanzenarten.

Wildbienennisthilfen selbst bauen

Vielleicht haben Sie Lust, für Ihren Garten oder Balkon selbst einen neuen Lebensraum für Wildbienen anzulegen. Es ist spannend zu beobachten, welche Arten die Nisthilfe besiedeln werden. Aber auch, wenn Sie eine Nisthilfe kaufen möchten, können Ihnen die folgenden Videos eine Hilfestellung bieten, um sich für das geeignete Modell zu entscheiden.

Wildbienennisthilfe aus Holz mit Wildbiene
Enzian mit Käfer

Arten- und Biotopschutzkonzept

Das Arten- und Biotopschutzkonzept (ABSP) wird bayernweit für Landkreise und Kreisfreie Städte im Auftrag des Landesamtes für Umwelt erarbeitet. Es zeigt den Artenbestand im jeweiligen Naturraum auf und gibt Leitbilder und Ziele für deren Entwicklung und Schutz vor. Das ABSP ist eine wichtige Entscheidungsgrundlage für die Naturschutzarbeit in der Biosphärenregion.

Ackerwildkräuter

Die Verwaltungsstelle unterstützt seit einigen Jahren die Vermehrung und Wiederansiedelung von ausgewählten heimischen Ackerwildkräutern. Im gärtnerischen Anbau werden regionale Mutterbestände der Ackerwildkräuter vermehrt und die neu gewonnenen Samen gemeinsam mit landwirtschaftlichen Betrieben auf ausgewählten Getreideäckern wieder ausgebracht. Ziel ist es, die (Wieder-) Ausbreitung von heimischen Ackerwildkräutern zu fördern.

Getreidefeld mit bunten Ackerwildkräutern
Gruppenfoto der Verantwortlichen bei der Obstbaumaktion

Biosphären-Obstbäume

Streuobstwiesen sind ein prägender Teil unserer Kulturlandschaft, in den letzten Jahrzehnten sind aber viele Obstbäume aus dem Landschaftsbild verschwunden. Die Biosphären-Obstbaumaktion und weitere Initiativen sollen dazu beitragen wieder mehr Streuobstwiesen im Landkreis zu aktivieren oder sogar neue entstehen zu lassen.

Kiebitzschutz im Berchtesgadener Land

Der Kiebitz – einst ein vertrauter Anblick in unserer Kulturlandschaft – ist mittlerweile wie viele andere Bodenbrüter auch, stark gefährdet. Ein gemeinsames Projekt der Verwaltungsstelle der Biosphärenregion und dem Landschaftspflegeverband Biosphärenregion Berchtesgadener Land nimmt sich dem Vogel des Jahres 2024 in einem mehrjährigen Artenschutzprojekt an. Durch eine enge Zusammenarbeit mit den Landwirtinnen und Landwirten sowie Ehrenamtlichen werden die Nester vor der Bewirtschaftung abgesteckt und bei der Bearbeitung ausgelassen. Die Landwirte können so einen wertvollen Beitrag leisten, um den Bruterfolg des Kiebitz zu verbessern.

Kiebitz im Gras
Helferin mit Astschere beim Schwenden einer Almfläche

Freiwilligenaktionen

Seit 2017 unterstützen freiwillige Helferinnen und Helfer den Erhalt der artenreichen Kulturlandschaft im Berchtesgadener Land. Bei Freiwilligeneinsätzen erleben die Teilnehmenden hautnah, warum ihr Engagement für die Artenvielfalt inmitten einer der schönsten Bergregionen Deutschlands von großer Bedeutung ist. Wenn auch Sie Lust bekommen mitzumachen, dann können Sie sich gleich hier anmelden.

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