Altbäume
Warum sind Altbäume wichtig?
Altbäume begleiten uns nicht nur als imposante Zeitzeugen durch die Jahrzehnte und manchmal auch durch die Jahrhunderte. Sie sind zugleich auch Lebensraum für Moose, Flechten und Pilze sowie einer großen Anzahl von Tieren. In Höhlen, kleineren und größeren Rissen oder Abbruchstellen, in der Rinde, in Specht-Löchern oder im Totholz der Kronenbereiche finden selten gewordene Arten ihren Rückzugsraum. Zusätzlich wirken große und alte Bäume an heißen Sommertagen wie Klimaanlagen und können die Temperaturen vor allem in Städten deutlich reduzieren. Der Erhalt alter Bäume trägt daher neben der Wahrung kulturhistorischer Werte auch zum Schutz der Biodiversität und des Stadt- und Mikroklimas bei.
Welche gärtnerischen Vorteile entstehen durch Altbäume?
Neben ihrem eindrucksvollen Anblick erhöhen Altbäume die Artenvielfalt, tragen damit zur Reduzierung von Schädlingen bei und erhöhen die lokale Bestäubungsleistung. Die Verdunstungskühlung einzelner Bäume kann im Vergleich zu den übrigen Pflanzen durchaus um ein Vielfaches höher sein. Damit verbessern sie das Mikroklima im Garten und spenden im Sommer angenehme Schattenplätze.
Was kann ich selbst tun?
- Pflege: Altbäume benötigen unsere Aufmerksamkeit. Ohne regelmäßige Pflege verlieren sie langsam an Standfestigkeit und Vitalität. Deshalb ist eine behutsame, kontinuierliche Pflege unverzichtbar.
- Schutz: Der Schutz des Baums vor mechanischen Belastungen ist zentral. Bodendruck rund um den Stamm sollte vermieden werden. Ein ausreichend großer und belüfteter Wurzelraum ermöglicht neben einer Baumscheibe eine gesunde Wurzelentwicklung.
- Kronenpflege: Lichteinträge durch fachgerechte Kronenpflege sind sinnvoll, doch sollten keine groben Schnitte den Baum schädigen. Leichte Pflegemaßnahmen außerhalb der Brutzeit sind ideal, damit Tiere ungestört bleiben. Zusätzlich können großkronige Altbäume durch den fachgerechten Schnitt entlastet werden.
- Hohlräume: Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Erhalt alter Höhlen, Risse und Strukturen im Stamm. Hier gilt: Schonende Eingriffe, die den Hohlraum nicht gefährden, sind essenziell. Der natürliche Totholzbestand darf stehen bleiben, denn er bietet ebenfalls wertvollen Unterschlupf.
- Epiphyten: Efeubewuchs (Epiphytenbewuchs) fördert durch eine außergewöhnliche Lebensraumstruktur die Biodiversität und bietet vor allem für Insekten wichtige Habitate. Als spezialisierte Jäger sind einige Arten der Glanzkäfer (Nitidulida) und Blatthornkäfer (Scarabaeidae) beispielsweise auf epiphytische Orchideen (wie Luisia teres) angewiesen. Daher gilt es eben diese Strukturen zu erhalten.
- Kurz gesagt: Altbäume sind Kernstücke unserer Kulturlandschaft, die mit behutsamer Pflege und Schutzmaßnahmen Biodiversität, Kultur und Ökonomie miteinander verbinden.
Ihre Ansprechperson
Luis Frank
Landschaftsökologie und Biodiversität, Biosphären-Schutzgebietsbetreuer