Artenreiche Hecken
Warum sind artenreiche Hecken wichtig?
Der Begriff „Hecke“ leitet sich aus dem Althochdeutschen ab und steht für Gehölze, die eine Grenze ausbilden. Sie können sich an Waldrändern von selbst entwickeln oder in der Landschaft bewusst gepflanzt werden. Hecken bieten Schutz und Nahrung für eine Vielzahl an Tieren und durch eine vielfältige Pflanzung von regionalen Laub- und Nadelgehölzen steht von Frühling bis Herbst ein reiches Nahrungsangebot für Mensch und Tier zur Verfügung. Als wichtiger Teil des Biotopverbundes dienen artenreiche Hecken Tieren und Pflanzen als sichere Korridore, um sich zwischen unterschiedlichen Gebieten bewegen zu können.
Welche gärtnerischen Vorteile entstehen durch Hecken?
Hecken sind natürliche Barrieren gegen Wind und schützen damit angrenzende Ackerflächen vor Bodenerosion. Auch der Wasserrückhalt in der Fläche wird dadurch verbessert. Zusätzlich verringert der Schattenwurf der Hecke auf umliegende Bereiche die Verdunstung durch die Sonne.
Anlage einer artenreichen Hecke – so funktioniert’s
- Standortwahl: Die meisten Heckenpflanzen bevorzugen sonnige bis halbschattige Standorte. Das Etikett der Pflanzen gibt darüber genauere Auskunft.
- Pflanzenauswahl: Es empfiehlt sich eine Mischung aus heimischen Laub- und Nadelgehölzen (beispielsweise: Holunder, Schlehe, Kreuz- und Weißdorn, Feldahorn, Wasserschneeball, Vogelbeere, Hundsrose) zu pflanzen. Höherwüchsige Pflanzen sollten in die Mitte der Hecke gesetzt werden, niedrigere Pflanzen am besten an den Außenrand.
- Breite: Eine Hecke kann vor allem ab einer Mindestbreite vom 6-8 Metern einen erheblichen Mehrwert für die Artenvielfalt liefern. Aber auch schon kleine Heckenstrukturen werden gerne von Vögeln als Nistplatz genutzt.
- Biotop-Erweiterungen: Zur Verbesserung des Lebensraums können Totholz-, Nist- und Brutplätze innerhalb und angrenzend zur Hecke geschaffen werden. Es empfiehlt sich Heckenränder mit kleineren Stauden und Bodendeckern zu ergänzen.
- Tipp: Eine Einzäunung in den ersten 5 Jahren kann Verbiss-Schäden in der Anwachsphase verringern. Der folgliche Ausschluss von wenigen Kleinsäugern (z.B. Feldhase) steht mehreren tausenden Arten als Profiteuren gegenüber. Nach einer erfolgreichen Anwachsphase und der anschließenden Entfernung des Zaunes können auch Kleinsäuger die Vorteile durch die Hecke nutzen.
- Langfristig: Die Hecke sollte beobachtet und bei Bedarf nachgepflanzt werden.
Tipp
„Biosphärenhecken“
Die Anlage einer Landschaftshecke wird im Berchtesgadener Land gefördert. Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Landschaftspflegeverbandes.
Neben der Anlage kann auch die Pflege von Landschaftshecken bei Erfüllung der Voraussetzungen durch das KULAP (Kulturlandschaftsprogramm) gefördert werden. Informationen hierzu finden Sie über folgenden Link.
Die Pflege im eigenen Garten
- Schnitt: Der Schnittzeitpunkt muss außerhalb der Vogelbrutzeit (März – Oktober) liegen.
- Pflege: Hecken sollten nur abschnittsweise gepflegt werden (Abschnitte von 10 – 25 m), damit Teile der Hecke von Tieren weiterhin als Unterschlupf genutzt werden können.
- Kürzen: In Intervallen von ca. 10-20 Jahren empfiehlt es sich den jeweiligen Abschnitt auf etwa 10-20 cm bodennah zu kürzen (auf Stock zu setzen).
Ihre Ansprechperson
Luis Frank
Landschaftsökologie und Biodiversität, Biosphären-Schutzgebietsbetreuer