Artenreiche Schotterrasen

Artenreiche Schotterrasen

Sind Schotterrasen wertvoll für die Natur?

Schotterrasen – artenarme Steinwüsten ohne Leben? Ganz und gar nicht! Sie bieten Lebensraum für wärmeliebende Käfer, Spinnen und viele weitere Insekten. Deren Larven und andere Bodenlebewesen finden ihren Platz in trockenen und feuchten Hohlräumen im Boden, die durch eine Mischung feiner und grober Körnungen entstehen und auch den Wurzeln von trockenheitsverträglichen Pflanzen wie der Karthäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum) Raum geben. In der Natur findet man vergleichbare Standorte in hochalpinen Lagen, auf Geröll- und Schutthalden.

Welche gärtnerischen Vorteile entstehen durch Schotterrasen?

Schotterflächen sind eine tolle Alternative zur ganzflächigen Versiegelung und eignen sich gut als Gehweg, (Feuerwehr-)Zufahrten oder Abstellflächen. Man findet sie auch entlang von Hausmauern. Wichtig ist, dass diese Bereiche nicht ständig genutzt werden. Auch wenn Pflanzen dieser Standorte eine Toleranz für Störungen aufweisen, kann sie zu häufiges Betreten oder Befahren schädigen. Zu wenig Nutzung der Flächen kann wiederum zu einem Zuwachsen führen.

Gegenüber Pflaster- und Asphaltflächen ist die Durchlässigkeit von Schotterflächen viel höher. Oberflächenwasser kann daher schneller im Boden versickern, was dem Hochwasserschutz zugutekommt. Im Vergleich zu versiegelten Flächen erhitzen Schotterrasen im Sommer weniger und ihre Pflege ist nicht sehr aufwendig.

Anlage eines Schotterrasens – so funktioniert’s

  • Standort & Boden: Für die Anlage eines Schotterrasens, beispielsweise als Gehweg, Abstellplatz oder im Randbereich von Gebäuden, eignen sich besonders warme und sonnige Standorte, die eine geringe Bodenverdichtung und gute Wasserdurchlässigkeit aufweisen.
  • Substrat: Eine Mischung aus Kies, Splitt oder grobem Schotter, Lava, Bims, Tonschiefer, Sand, Mineralgemisch mit Unterboden bietet geeignete Bedingungen. Je nach Region ist die Zusammensetzung variabel anzupassen.
  • Pflanzenauswahl: Trockenheitsverträgliche Stauden, Bodendecker und weniger anspruchsvolle Gräser und Kräuterpflanzen wie das gewöhnliche Leimkraut (Silene vulgaris), echtes Labkraut (Galium verum) oder die Heidenelke (Dianthus deltoides) sind geeignete Pflanzen.
  • Pflege: Bei Bedarf kann ein einmaliger Schnitt im September mit geringer Mäh-Tiefe und eine gelegentliche Teilung von robusten Arten erfolgen. Wenn die Fläche immer wieder begangen oder befahren wird, ist dieser Pflegeschritt auch gar nicht nötig.
  • Biotop-Erweiterungen: Kleine Trocken- und Feuchtzonen, Tothorizonte, Steinhaufen und Randbepflanzung können mit einbezogen werden. Das schafft hochwertige Lebensraumkomplexe.
  • Langfristig: Die Fläche sollte beobachtet und gegebenenfalls nachgesät oder nachgepflanzt werden.
  • Tipp: Durch reduzierte Pflegeintensität, übersichtliche Nachsaat und gezielte Pflanzenauswahl bleibt der Lebensraum vielfältig.
Portrait Luis Frank

Ihre Ansprechperson

Luis Frank

Landschaftsökologie und Biodiversität, Biosphären-Schutzgebietsbetreuer

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