Streuobstbäume

Streuobstbäume

Warum sind Streuobstbäume wichtig für die Natur?

Im Zusammenspiel mit artenreichen Blühwiesen gehört die Streuobstwiese zu den artenreichsten Lebensräumen in unserer Kulturlandschaft. Vom Käfer bis zum Specht über Moose, Flechten und Pilze – alle diese Lebensformen profitieren vom Holz der Obstbäume. Je älter die Bäume, desto höher die Artenvielfalt! Als Nahrungsgrundlage dient das Obst nicht nur uns Menschen, sondern auch Insekten, deren Larven sich in den Früchten entwickeln. Davon profitieren wiederum Vögel und Säugetiere, die in den Larven eine wichtige Futterquelle finden und durch das Fressen der Früchte den Samen vertragen. Streuobstbäume sind kein Schnellrezept. Mit etwas Geduld tragen sie ihren Wert als Bestandteil eines lebendigen Ökosystems am eigenen Grundstück bei.

Welche gärtnerischen Vorteile entstehen durch Streuobstbäume?

Wachsen Bäume auf einem Grundstück, gibt es auch positive Effekte für den Boden: Durch die Durchwurzelung entsteht eine verbesserte Bodenstruktur, abfallende Blätter und Früchte werden über Zersetzungsprozesse zu Humus und es gelangen zusätzliche Nährstoffe in den Boden. Zudem fördern Streuobstbestände die Wasserspeicherung im Boden, tragen zum Erosionsschutz bei und verbessern als Schatten- und Feuchtigkeitsspender das örtliche Kleinklima.

Tipps zur Pflanzung von Streuobstbäumen bzw. Anlage einer Streuobstwiese

  • Standort: Streuobstbäume benötigen sonnige bis halbschattige Standorte sowie genügend Platz, Wurzelraum und eine gute Luftzufuhr.
  • Bodenverhältnis: Gut durchlässige Böden sind ideal, Staunässe ist unbedingt zu vermeiden. Ein Lockern des Bodens sorgt für gute Durchwurzelung.
  • Vielfalt: Unterschiedliche Sorten und Alter der Bäume erhöhen die Biodiversität.
  • Pflanzabstände: Die Pflanzabstände sind je nach Sorte verschieden, typischerweise sind 4–6 m zu empfehlen, besser ein 10×10 Meter-Raster. Dabei gilt: Je mehr Licht auf den Boden kommt, desto mehr Blütenpflanzen können sich darunter entwickeln, was wiederum wichtig für Bestäuber ist.
  • Stabilität schaffen: Es empfiehlt sich während der Anwachsphase Baumverankerungen (Holzpfähle und Bindmaterial) zu verwenden, um die Bäume vor Wind zu schützen.
  • Bewässern/Gießrand: Das Erstellen einer Baumscheibe mit Gießrand und eingebrachtem Mulch ermöglicht eine zielgerichtete Wassergabe und reduziert Verdunstung, schützt den Boden und fördert Bodenlebewesen. Dabei sollte der Durchmesser des Gießrandes mindestens etwa 1 Meter betragen. Es ist ratsam, die Bäume in der Anwachsphase alle 2-3 Tage mit etwa 10-20 Litern zu gießen.

Tipp

Der Landschaftspflegeverband organisiert jedes Jahr eine kostenlose Ausgabe von Biosphären-Streuobstbäumen. Unter folgendem Link können Sie sich anmelden oder mehr erfahren.

Tipps zu Pflege und Erhalt von Streuobstbäumen und Streuobstwiesen

  • Sicherheit: Alte, brüchige Äste sollten regelmäßig kontrolliert und gegebenenfalls entfernt werden, wenn die Verkehrssicherungspflicht beeinträchtigt wird. Andernfalls trägt auch stehendes Totholz zur Steigerung der Biodiversität bei. Es empfiehlt sich also dieses nur zu entfernen, wenn die Vitalität des Baumes darunter beträchtlich leidet.
  • Pflegezeiten: Zeitpunkte berücksichtigen, damit Nistmöglichkeiten bestehen bleiben und eine unnötige Störung empfindlicher Arten unterbunden wird (außerhalb der Brutzeit, welche in der Regel von März bis Oktober ist). Schnittzeitpunkt der Bäume von November bis März (lange genug vor oder nach Frost), Mahd der Wiese nach Ausreifen der Samen von Gräsern und Kräuterpflanzen.
  • Geduld: Streuobstbäume benötigen Jahre, um hochwertige Lebensräume zu schaffen, es ist Geduld gefragt. Dadurch wird zukünftigen Generationen von Menschen und Natur ein wertvoller Naturraum weitergegeben und erhalten.
Portrait Luis Frank

Ihre Ansprechperson

Luis Frank

Landschaftsökologie und Biodiversität, Biosphären-Schutzgebietsbetreuer

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