Übergangsbereich
Warum sind Übergangsbereiche wichtig?
Vor allem an Übergangs- und Saumbereichen ist durch eine erhöhte Strukturvielfalt die Biodiversität stark erhöht. Treffen unterschiedliche Lebensräume wie Wald, Wiesen und Gewässer aufeinander, wirken diese als Multiplikator für die Artenvielfalt. Durch strukturreiche Kanten und Verbindungszonen entstehen Rückzugs- und Bewegungsräume. Der sogenannte Biotopverbund wird hierdurch gestärkt. Der genetische Austausch zwischen örtlich getrennten Populationen einer Art führt in Folge der Fortpflanzung zu überlebensnotwendigen Anpassungen für eine sich ständig ändernde Umwelt. Vor allem in Zeiten des Klimawandels und des Artensterbens ist dies für Flora und Fauna besonders bedeutend.
Welche gärtnerischen Vorteile entstehen durch Übergangsbereiche?
Streifen mit Gräsern, Kräutern und Bodendeckern schützen vor Erosion, fördern Humusbildung und Mikroorganismen. Darüber hinaus werden durch diese Strukturen natürliche Feind-Beute-Beziehungen gefördert, wodurch Nützlinge, wie bspw. der Marienkäfer gezielter gegen Schädlinge wie die Blattlaus wirken kann.
Schaffung eines Übergangsbereichs – so funktioniert’s
- Brachestreifen: Auf einer ursprünglich regelmäßig gemähten Wiesen- oder Rasenfläche kann ein Teil ungemäht als sogenannter „Altgras- oder Brachestreifen“ stehen bleiben. Wird dieser über den Winter erhalten, entstehen neben neuen Verbundachsen ebenso Überwinterungshabitate für Insekten.
- Strukturvielfalt: Durch Gehölz-, Gras- und Krautränder, Steinhaufen sowie Totholzhaufen können Übergangsbereiche strukturell angereichert werden.
- Wasser: Besonders wertvoll ist der Übergangsbereich, wenn auch das Element Wasser etabliert wird.
- Geduld: Übergangsbereiche zwischen verschiedenen Nutzungsformen wie Wiesen- und Pflanzflächen oder Hecken benötigen Zeit und Platz zur Entwicklung.
Ihre Ansprechperson
Luis Frank
Landschaftsökologie und Biodiversität, Biosphären-Schutzgebietsbetreuer