Weide

Weiden

Warum ist Beweidung wichtig?

Die Beweidung ist eines der ältesten und wichtigsten Elemente in der Prägung kulturhistorischer Landschaftsentwicklungen. Deshalb bringen Weideflächen nicht nur hochwertige Lebensmittel für uns Menschen hervor, sondern sind der Ursprung der Ausprägung seltener Blütenpflanzen und Insekten und somit der Biodiversität in unserer Kulturlandschaft. Leider ging aufgrund der Intensivierung der Landwirtschaft der Anteil beweideter Grünlandflächen und deren Artenreichtum stark zurück. Deshalb ist es umso wichtiger geworden, diese häufiger in der aktuellen Nutzung zu etablieren.

Welche Vorteile entstehen durch Beweidung?

Weideflächen ermöglichen Nutztieren freies Bewegen an frischer Luft. Bei dieser tiergerechten Haltungsform gelangt zudem der Dung auf die Wiesen. Dieser dient zum einen als verträglicher Dünger. Andererseits ist er eine wichtige Nahrungsgrundlage für über 80 verschiedene Dungkäferarten in Deutschland. Diese stellen wiederum für den großen Abendsegler eine potenzielle Futterquelle dar. Dieser Zusammenhang verdeutlicht die Wichtigkeit des Bausteins „Beweidung“ in der Nahrungskette natürlicher Ökosysteme.

Tipps für Beweidung

  • Düngung und Bodengesundheit: Durch Tierdung wird der Boden mit organischer Substanz angereichert, Mikroorganismen werden aktiviert und die Humusbildung wird gefördert.
  • Geringerer Schädlingsbefall: Rinder sind Feinschmecker. Daher werden die eher weniger gut schmeckenden Gräser oder Kräuter stehen gelassen und bewirken unterschiedliche Wuchshöhen der Vegetation auf einer Fläche. Dadurch werden von den Rindern die speziellen Ansprüche von Insekten an ihr Habitat geschaffen, wodurch die Biodiversität steigt und der Schädlingsbefall (auch auf umliegenden Flächen) sinkt.
  • Betriebsökonomie: Das Tierwohl und die Gesundheit der Rinder auf der Weide sind im Vergleich zur Stallhaltung verbessert. Außerdem folgt eine bessere Futterverwertung durch die Tiere.
  • Regionalität: Die Erzeugung regionaler, hochwertiger Lebensmittel erhält zunehmend Zuspruch in der Bevölkerung.

Weidefleisch aus dem Berchtesgadener Land

Die traditionelle Weidehaltung prägt das Berchtesgadener Land und hat über Jahrhunderte hinweg eine einmalige Kulturlandschaft geschaffen, die bekannt ist für ihren Artenreichtum. Nicht umsonst trägt die Region die Auszeichnung „Biosphärenregion Berchtesgadener Land“. Und was für Mensch und Umwelt vor allem eine nachhaltige und naturschonende Wirtschaftsweise ist, bedeutet für die Nutztiere in Weidehaltung vor allem Eines: eine wesensgerechte und natürliche Haltungsform, die ein hohes Maß an Tierwohl und Tiergesundheit fördert. Das überträgt sich auch auf die Fleischqualität – Weide schmeckt!

Portrait Luis Frank

Ihre Ansprechperson

Luis Frank

Landschaftsökologie und Biodiversität, Biosphären-Schutzgebietsbetreuer

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