Im Oktober letzten Jahres durfte eine 9. Klasse der Maria-Ward-Realschule St. Zeno vier Kleinstgewässer in Wannen anlegen, um im Rahmen eines Artenschutz-Projektes der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Berchtesgadener Land, den Bayerischen Staatsforsten und der Biosphären-Verwaltungsstelle die Lebensraumbedingungen der Gelbbauchunke zu verbessern. Und die praktische Naturschutzarbeit zeigt Erfolg: In den Wannen wurden nun Gelbbauchunken und sogar Laich gefunden.
Die Gelbbauchunke, auch Berg- oder Gebirgsunke genannt, wirkt von oben betrachtet eher unspektakulär: ein brauner, flacher Körper übersät mit kleinen Warzen. Auch aufgrund ihrer Maximalgröße von nur sechs Zentimeter wird sie leicht übersehen. Erhascht man jedoch einen Blick auf ihre Bauchseite, kann man die Faszination mit diesem Amphib sofort nachvollziehen, wenn die leuchtend gelben Flecken hervorstrahlen. Auch ihre tropfen- bis herzförmigen Pupillen sehen entzückend aus. Die Gelbbauchunke ist EU-rechtlich geschützt. In Deutschland steht sie auf der Roten Liste der gefährdeten Tier- und Pflanzenarten und ist dort unter Stufe 2 „stark gefährdet“ eingeordnet.
Ein weiterer schöner Punkt ist, dass die Aktion nicht nur für die Gelbbauchunke erfolgreich war, sondern auch zeigt, wie praktische Bildungs- und Naturschutz-arbeit funktionieren kann: Die Maria-Ward-Realschule St. Zeno ist eine von 15 zertifizierten Nationalpark- und Biosphärenschulen im Landkreis. In den Bildungsprogrammen von Biosphärenregion und Nationalpark gehen die Klassen häufig in die Natur und erkunden die heimischen Lebensräume und lernen, wie sie bewusster mit diesen umgehen können. Dazu zählt auch das Anpacken bei praktischen Naturschutzarbeiten mit der Biosphären-Verwaltungsstelle.


