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Naturerlebnisräume

Haben Naturräume eine Auswirkung auf die menschliche Gesundheit und Psyche – und wenn ja, welche? Wie muss ein solcher Naturraum beschaffen sein, dass er eine solche Wirkung erbringt? Mit diesen Fragen beschäftigt sich ein Projektbaustein des Projekts „Green Care – Natur und psychische Gesundheit“.

Das Forschungsziel ist die Entwicklung und Anwendung einer Methodik zur Analyse des gesundheitsfördernden Potentials der Naturräume in der UNESCO Biosphärenregion Berchtesgadener Land und dem UNESCO-Biosphärenreservat Rhön (bayerischer Teil) mittels Geographischem Informationssystem (GIS-Analyse). Geleitet wird das hier vorgestellte Projekt von Dr. Joachim Rathmann, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Physische Geographie mit Schwerpunkt Klimaforschung der Universität Augsburg. Dazu sollen die Natur- und Landschaftsräume in den beiden Gebieten analysiert und bewertet werden.

 

Recherche

Als erstes fand eine genauere Abgrenzung des Untersuchungsbegriffs der präventiven Gesundheitswirkung, der aus den Überbegriffen Naturästhetik, Erholung und Stressreduktion festgelegt und definiert wurde, statt. Aktuelle Forschungsergebnisse zur Wirkung der Natur auf die psychische Gesundheit fanden dabei auf Basis einer Literaturrecherche Berücksichtigung.

Online-Befragung und Experten-Interview

Als nächster Schritt folgte die Durchführung von öffentlichen Online-Befragungen sowie Experteninterviews in beiden Regionen. Bei der Online-Erhebung wurden in den beiden UNESCO-Biosphärenreservaten jeweils über 300 Personen zu ihren persönlichen Erfahrungen bezüglich Naturlandschaften und deren Regenerationspotential befragt. Bei den Fokusgruppen fanden Interviews mit 10 bzw. 12 Expertinnen und Experten statt, die in der jeweiligen Region in den Bereichen Gesundheit, Tourismus und Naturschutz arbeiten.

Basierend auf den Ergebnissen von Recherche, Online-Befragung und Fokusgruppen werden Faktoren entwickelt, die später als Kriterien für GIS-Analysen Verwendung finden. Objektivierbare Kriterien, wie beispielsweise bestehende Wasserflächen oder Wald werden dabei durch subjektive Komponenten wie die Landschaftswahrnehmung ergänzt.

Ergebnisse

Im finalen Schritt wird versucht, Teilräume abzugrenzen, die eine Eignung zur präventiven psychischen Gesundheitswirkung nach unterschiedlichen Klassen aufweisen. Diese Ergebnisse sollen nicht nur fördernde Faktoren für Erholungsgebiete, wie beispielsweise Naturnähe, Wasserflächen, etc., sondern auch einschränkende Faktoren wie beispielsweise Lärm, touristische Hotspots oder Naturgefahren thematisieren.

Auf diesem Weg soll belegt werden, dass vielfältige Landschaftsräume und -strukturen, wie sie in Biosphärenreservaten vorkommen, nicht nur eine wichtige Bedeutung für Biodiversität und Klimaschutz haben, sondern auch als Erholungsraum für Stressreduzierung, Entschleunigung und somit für psychische Gesundheit geeignet sind.

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